Montag, 19. Januar 2015

Fotografie >> Innenleben einer Tulpe {Makromontag}.

Viele sehnen ihn schon inbrünstig herbei, den Frühling, doch auch dieses Jahr werden wir wieder noch ein wenig (oder ein wenig mehr...) auf ihn warten müssen. Ich für meinen Teil sehne mich zwar auch, aber hauptsächlich, weil ich das so gerne mache. Vorfreude ist wunderbar, Warten muss sein und gäbe es das Dunkel nicht, wüsste man das Licht nicht zu schätzen.
Daher ist es für mich eher ungewöhnlich, dass ich mich Mitte Januar mit Tulpen beschäftige (wer wissen möchte warum, kann es gerne hier nachlesen), aber aus aktuellem Anlass (eine tolle Umschreibung für eine fette Mandelentzündung!) kamen diese Tulpen zu mir und Ausnahmen müssen auch mal sein - wir wollen ja schließlich keine Prinzipien reiten!


Tulpen, der Name lässt sich übrigens vom türkischen Wort "tulband" für Turban ableiten, hat ja nun wahrscheinlich jeder schon einmal gesehen. Die ungeschlagenen Lieblingsblumen vieler und in jedem Falle die Frühlingsblumen schlechthin stehen momentan gern in Wohnzimmern, um dem trüben Januargrau eins auszuwischen.
Ursprünglich aus Persien kommend, gelangte das bunte Zwiebelgewächs Mitte des 16. Jahrhunderts über die Türkei zunächst an den kaiserlichen Hof in Wien. Der Botaniker Carolus Clusius brachte sie von dort über Flandern nach Holland und von dort aus verbreitete sie sich in ganz Europa. Wer mehr über die Geschichte der Tulpe wissen möchte, kann sie gerne hier nachlesen. "Es gibt wohl kaum einen Blumengarten, in dem nicht auch einige Tulpen zu finden wären! Denn wenn der Mensch den Pflanzen auch oft gleichgültig gegenüber steht: ein Beet mit Tulpen und Hyazinthen, mit Schneeglöckchen und Krokus oder anderen Frühlingsgewächsen betrachtet jeder mit Wohlgefallen.", (Zitat und Abb. Prof. Dr. Schmeil, Lehrbuch der Botanik, 1908). Ich stehe zwar keiner Pflanze gleichgültig gegenüber, aber auch ich liebe Tulpen im Beet und habe es vergangenen Herbst übrigens endlich geschafft, gemeinsam mit unseren Kindern gefühlte 237 Zwiebeln im Garten zu verteilen und nicht erst im späten Winter wieder festzustellen, dass ich den richtigen Zeitpunkt verpasst habe, um dann einfach im Frühling Zwiebeln in die Erde zu stecken...

Nun aber eingetaucht in das Innenleben einer Tulpenblüte, aufgenommen mit dem Retroadapter. 

Für Steffi und den Macro Monday 2.


Tulpenblüten sind zwittrig. In der Mitte (hier: weiß) prangt der Griffel mit Narbe on top, entstanden aus der Verwachsung dreier weiblicher Fruchtblätter. Drum herum (hier: gelb) stehen die männlichen Staubblätter. Und als Makro zeigt dieses Innenleben einer weißen Blüte dem Betrachter einfach wunderschöne Farbverläufe, wie ich finde.


Die dreilappige Narbe einer gelben Blüte strotzt vor Saftigkeit und ...


... hier nochmal ein Staubblatt, das zwar leider etwas unscharf daher kommt, aber dessen Aussehen mich trotzdem beeindruckt. Ich für meinen Teil kann nur sagen: Zwar schon 1000 Mal gesehen, aber so noch nie! Und ihr?


Hach, Makrofotografie ist toll und ich glaube,
ich sehne mich nach einem richtigen Makroobjektiv ;-).

Macht's gut!

Kommentare:

  1. Ganz wundervolle Aufnahmen und ein sehr interessanter Beitrag
    Gute Besserung für deine Mandelentzündung
    Liebe Grüße
    Armida

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  2. Tulips are beautiful at distance and near!

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  3. Solche Prinzipien fordern geradezu heraus, gebrochen zu werden...😉
    Warum es bei mir jetzt schon Tulpen gibt, Berichte ich am Freitag.Dein Alter Stich ist genau nach meinem Geschmack....
    Gute Besserung!
    Astrid

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  4. Wow, großartige Aufnahmen

    Liebste Grüße zu dir :-)

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  5. Wunderschöne Fotos! Die Natur vollbringt schon kleine Wunder!

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  6. Immer wieder aufs neue beeindruckend, wie filigran so eine Blüte ist.
    Danke fürs zeigen!

    Liebe Grüße,
    Bine.

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  7. Ui spannend - ein Retroadapter! Kommst du damit gut zurecht? Und wie ist das mit dem Licht : braucht man dafür eine Extraportion oder verhält es sich wie mit normalen Objektiven?
    Liebe Grüße von Steffi

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Ich freue mich über jeden netten Kommentar von Dir. Vielen lieben Dank!